Allgemeines über Tornados:


Allgemeines


Tornados kommen in Verbindung mit kräftigen Schauern und Gewittern auf der ganzen Welt vor. Sie sind die stärksten Winde, die auf der Erde vorkommen. Am seltensten sind sie in den Polarregionen und am häufigsten sind sie im mittleren Westen der USA, der sogenannten Tornado-Alley (Tornadoallee). Hier treten pro Jahr durchschnittlich 800 - 900 Tornados auf. Hier entstehen sie durch zusammemtreffen von den kalten Luftmassen der Rocky Mountains und wärmerer Luft vom Golf von Mexiko. Auch in Mitteleuropa treten pro Jahr etwa 20-30 Tornados pro Jahr auf.

Entstehung von Tornados


Tornados entstehen an der Unterseite von Cumulonimbuswolken, oft unter einer Wallcloud bei einer Superzelle. Tornados entstehen meist bei Superzellen (Mesozyklone).
Die höheren, kalten Luftschichten in der Gewitterwolke haben eine höhere Zuggeschwindigkeit als die unteren und sie haben teils auch eine andere Zugrichtung. Diesen Vorgang nennt man Windscherung. Durch diesen Vorgang beginnt die Luft horizontal zu rotieren. Durch die Aufwinde wird die horizontale Rotation in die vertikale Rotation gekippt. Im Aufwindbereich der Superzelle herrscht nun eine vertikale Rotation. In dieser Rotation herrscht starker Luftdruckabfall. Dadurch wird die umgebende warme Luft angesaugt, das nennt man auch Inflow. Da die angesaugte Warmluft kondensiert, kann diese sich zu Wolken ausbilden. Nun kann sich ein stark rotierender Tricher bilden. Ein Tornado ist es dann, wenn der rotierende Warmluftschlauch den Boden erreicht. Erreicht der Wirbel den Boden nicht, ist es eine Funnelcloud.
Der Tornado rast über die Landschaft und zerstört alles, was sich ihm in den Weg stellt.

Voroten von Tornados


Typische Vorboten für Tornados sind Mammatocumuli (Mammatuswolken). Sie haben eine Beutelform. Die Schneise des Tornados ist zwischen 50 und 400 Metern breit. Meistens lößt sich der Tornado nach 10-15 Minuten wieder auf. In Deutschland werden sie oft als Großtromben oder Windhosen bezeichnet. In Deutschland sind die Tornados meist nicht so stark wie im mittleren Westen der USA. Sie haben meist die Stärke F1 der Fujita-Skala.Es gibt aber auch einige Ausnahmen, z.B der Tornado von Micheln in Sachsen- Anhalt am 23.Juni2004. Er entstand in Verbindung mit einem atlantischem Sturmtief, das für kräftige Schauer und Gewitter sorgte. Auch über Gewässern können sich sogenannte Wasserhosen bilden. Sie sind jedoch meist sehr schwach. Die Windgeschwindigkeit von Wasserhosen übersteigt nur selten 80 km/h. Anders als Tornados und Wasserhosen bilden sich sogenannte Staubwindhosen (Dust-Devils).Sie entstehen über stark aufgeheitzten, trockenen Flächen. Die Lufttemperatur muss mindestens 20°C haben. Die aufgeheitzte Luft steigt sehr schnell auf und gerät durch kleine Anstöße (Windscherung) in Rotation. Dadurch werden Staub, Blätter und Papierfetzen hochgeschleudert. So wird der Wirbel sichtbar.

Quelle: John Farrand JR
Quelle: John Farrand JR



Tornadoliste von Thomas Sävert



Fujita-Skala:

F0

Sturmtornado

bis 118 km/h

Äste brechen ab, Bäume können umkippen

F1

Schwacher Tornado

bis 180 km/h

Dachziegel werden gelöst, Autos von der Straße gefegt

F2

mäßiger Tornado

bis 260 km/h

Dächer werden abgedeckt, Züge entgleisen, erhebliche Zerstörungen in Wäldern

F3 Starker Tornado

bis 350 km/h

Zerstörung ganzer Wälder, schwere Beschädigungen an einzelnen Häusern

F4

Schwerer Tornado

bis 420 km/h

Häuser werden völlig zerstört, Autos werden bis zu 50m weit geschleudert

F5

Extremer Tornado

bis 520 km/h

Totale Verwüstung, ganze Ortschaften werden verwüstet




Funnelcloud am 30. 06. 2005


Funnelcloud am 08. 07. 2005


Wolkentrichter am 15. 08. 2005


Schwacher Tornado am 29. 05. 2006



by Tobias Pesch