Randtief

Die Kaltfront wird zur Warmfront


Ein Randtief entsteht meist bei Wellenbildung, sprich, wenn die Kaltfront rückläufig wird bzw wenn diese zur Warmfront wird. Die Kaltfront ( Luftmassengrenze ) wird von der vorherrschenden Strömung beeinflusst. Die Kaltfronten kommen ( fast ) immer aus Westen oder Norden.Wenn dann beispielsweise eine südwestliche Strömung herrscht, herrscht eine frontenparallele Strömung. Die Luftströmung dreht vorderseitig des sich gegen den Uhrzeigersinn drehenden Tiefdruckkomplexes noch mehr auf Süd. Der Teil der Kaltfront, meist ist es der Teil, der näher am Tiefdruckzentrum liegt, wird nun rückläufig und somit zur Warmfront. Da an der Südseite der Kaltfront aufgrund der Antizyklonalität der Wind aus West weht, kommt diese unabhängig von der entstandenden "Warmfront" schneller nach Osten voran.
An der ehemalig langgestreckten Kaltfront hat sich ein Wellentief gebildet. Erst, wenn der Kern des Randtiefs von einer geschlossenen Isobare umgeben ist, kann man von einem neu entstandendem Tief sprechen.
Eine solche Wetterlage kann im Sommer oft schwülheiße Gewitterlagen bringen, im Winter können an der Luftmassengrenze oft kräftige Dauerregenfälle auftreten.
Um die Entwicklung eines solchen Randtiefs zu verdeutlichen, folgen ein paar Karten, mit jeweils kurzer Erklärung. ( Hinweis: Die Karten wurden von Jan Hinrich Struve, wohnhaft in Bredstedt bei Kiel, ausgearbeitet )


Ausgangsanalyse, ein kräftiges Tief befindet sich auf der nördlichen Nordsee, die Warmfront,
hier rot markiert, befindet sich bereits zwischen Norwegen und Polen, die Kaltfront ( blau markiert )
erstreckt sich von der Nordsee bis zum Atlantik westlich von Portugal. Diese Kaltfront liegt strömungsparallel zur Südwestströmung,
deshalb bewegt sie sich kaum noch nach Osten.


Auf dieser Karte befindet sich ein erster Hinweis zur Bildung einer Welle in der Kaltfront, im Isentropenfeld befindet
sich vor der Bretagne ein kleiner Knick. Nun beginnt die Kaltfront nördlich des Knicks rückläufig zu werden, sie wird also zur Warmfront.
Die Rückläufigkeit kommt zustande, da die Strömung vorderseitig des großen Tiefs bzw der Kaltfront noch etwas weiter auf Süd dreht. Somit ist die ehemalige
Kaltfront dazu gezwungen, wieder nach Norden zurückzuweichen. Da sich hinter der Front die Warmluft befindet, wird nun wieder von einer Warmfront gesprochen, dies ist in der
nächsten Karte gut zu erkennen.


Hier ist wie oben beschrieben der Prozess der Rückläufigkeit im vollem Gange, die Warmluft dehnt sich wieder nach Norden aus, Gebiete, die sich vorher noch auf
der Rückseite der Kaltfront befinden, befinden sich dann wieder im Gebiet der Warmluft. Über der Westspitze Frankreichs hat sich nun ein Wellentief ( Randtief )
gebildet. Die entstandende Warmfront gehört nun zu dem Randtief, die nachfolgende Kaltfront verstärkt sich wieder, da diese nun ebenfalls zu dem Randtief gehört und
wesentlich näher am Tiefzentrum liegt. Da nun der Druckunterschied wieder zugenommen hat, muss mit intensiven Wettererscheinungen wie Sturm und Starkregen gerechnet
werden, im Sommer kann es auf der Südwestseite des Komplexes zu heftigen Gewittern kommen, letzteres kommt vor allem im Entwicklungsstaduim des Randtiefs vor.